Fortbildung und Erfahrungsaustausch für Bayerns Naturpark-Ranger

Zur Jahrestagung der bayerischen Naturparke 2021 trafen sich vom 15. bis 17. September 40 Rangerinnen und Ranger im Bayerischen Wald

Sie tauschten sich über ihre Aufgaben im Naturschutz, Erholung, Monitoring und Bildung aus und entwickelten gemeinsam Ideen für ihre Arbeit als Mittler zwischen Mensch und Natur. Artenschutzprojekte, Aktionen mit Kindergärten und Schulklassen, Besucherlenkung und Führungen wurden in lebhaften Gesprächen vorgestellt und gemeinsam weiterentwickelt. Das Einbeziehen der Menschen, die in den Naturparken wohnen und arbeiten oder sie als Gast besuchen zog sich wie ein roter Faden durch die Diskussion.

Der Vorsitzende des Naturparkverbands Bayern und des Naturparks Bayerischer Wald, Heinrich Schmidt, zeigte sich beeindruckt von den Ergebnissen: „Insbesondere für die Besucherlenkung und die Bildungsarbeit ist der Einsatz unserer Rangerinnen und Ranger sehr wertvoll.“

Michael Großmann, der Leiter der Nationalparkwacht im Nationalpark Bayerischer Wald, betonte in einem inspirierenden Gastvortrag die weltweite Bedeutung der Schutzgebiete vor dem Hintergrund des rasanten Artenverlusts: „Wir müssen mit dem Naturschutz die Mitte der Gesellschaft erreichen! Unsere Aufgabe als Ranger ist es, die komplexen Zusammenhänge verständlich zu machen“.

Im Rahmen des Treffens fand darüber hinaus eine Schulung durch Beamte der Polizeiinspektion Viechtach statt. Es wurde der Umgang mit potenziellen Konfliktsituationen geübt, zum Beispiel bei Verstößen wie Feuer machen im Schutzgebiet oder das Pflücken von geschützten Pflanzen. Ansatz der Rangerinnen und Ranger ist es in solchen Situationen, nicht nur auf Verbote hinzuweisen, sondern Aufklärungsarbeit zu leisten und gegebenenfalls Alternativen aufzuzeigen.

Der Naturparkverband Bayern hatte zur Jahrestagung in den Naturpark Bayerischer Wald eingeladen und übernahm die Organisation vor Ort. Sie fand dieses Jahr zum dritten Mal statt. Seit 2018 werden die Naturpark-Rangerstellen vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz gefördert.

Die 19 bayerischen Naturparke umfassen gemeinsam knapp ein Drittel der Landesfläche. Sie setzen sich ein für den Natur- und Artenschutz, die Entwicklung von umweltverträglichen Erholungsangeboten, die Bildung für nachhaltige Entwicklung und für die nachhaltige Regionalentwicklung. Der Naturparkverband Bayern vertritt auf Landesebene die Interessen der Naturparke, koordiniert ihre Zusammenarbeit und unterstützt den Austausch.