Winterschutzgebiete im Naturpark Ammergauer Alpen

Wer im Winter in den Bergen unterwegs ist, sollte dabei immer an die Tiere denken, die einen Rückzugsraum zum Überwintern brauchen.

Reh, Rotwild und Gämse brauchen im Winter ungestörte Rückzugsräume, die in der intensiv genutzten Landschaft immer seltener werden. Um Energie zu sparen, reduzieren die Wildarten ihre Körpertemperatur und auch der Herzschlag geht auf ein Minimum zurück. Wird das Wild aufgeschreckt, muss es innerhalb von Sekunden seinen Stoffwechsel so stark hochfahren, dass es flüchten kann. Diesen erhöhten Energiebedarf gleicht das Wild dann durch vermehrtes Verbeißen von Jungbäumen in Wäldern aus. Der Verbiss betrifft besonders Laubbaumarten und die Tanne.

Die amtlichen Wildschutzgebiete werden im Umfeld von Rotwildfütterungen ausgewiesen. Eine Störung des Rotwilds im Fütterungsbereich kann dazu führen, dass das Rotwild mehrere Tage nicht mehr zur Fütterung zieht. Es beginnt dann in den Wäldern das Schälen von Bäumen, d.h. es reißt die Rinde von ca. 10-20 cm dicken Bäumen und verursacht so einen sehr hohen finanziellen Schaden für die Waldbesitzer.

Die Fütterung von Rotwild ist notwendig, da das Rotwild die traditionellen Überwinterungsräume nur noch eingeschränkt erreichen kann. Steile Südhänge wie im Graswangtal sind immer noch ein beliebter (und ungestörter) Wintereinstand, das Rotwild ist früher weit in das Alpenvorland hinausgezogen. Das ist heutzutage nicht mehr möglich.

In den amtlichen Wildschutzgebieten besteht ein Betretungsverbot. Dieses variiert je nach erwarteter Schneelage und der Höhe des Nutzungsdrucks. Folgende Zeiten gelten in den Gebieten:

Oberammergau Aufacker:          01.11.-30.04.

Unterammergau Köpfen:            01.12.-15.04.

Bad Kohlgrub Berg West:           15.12.-31.03.

Bad Kohlgrub Berg Ost:             15.12.-31.03.

Verstöße gegen das Betretungsverbot können mit Geldbuße bis zu 5.000 € belegt werden.

Die DAV Wald-Wild-Schongebiete setzen dagegen auf Freiwilligkeit. Während der Wintermonate sollte diese Gebiete nicht betreten werden. Es gibt da keine festgelegten Zeiten, im Hochwinter sollten die Gebiete grundsätzlich Tabu sein. Ansonsten sollte man warten, bis die Gebiete ausgeapert sind.

Etwas kompliziert wird die rechtliche Lage dadurch, dass in einigen Wald-Wild-Schongebieten die Jagdbehörde das Ausschildern einer Wildruhezone erlaubt hat. Dabei ist wiederum die Betretung eingeschränkt. Dies gilt für folgende Gebiete:

Unterammergau Steckenberglahner:     15.11.-01.05.

Bad Kohlgrub oberhalb Aura-Hotel:       15.11.-15.04.

Ettal Schattenwald Winterfütterung:         01.12.-25.05.
(Das Gatter ist nur während der Fütterungsperiode geschlossen und kann den Zaun entlang an der Grenze zur Linder hin umwandert werden.)

 

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Winterschutzgebiet im Naturpark Ammergauer Alpen (Nord)

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© Geobasisdaten: Bayerische Vermessungsverwaltung; Fachdaten: Bayerisches Landesamt für Umwelt; Kartographie: Naturpark Ammergauer Alpen
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Winterschutzgebiete im Naturpark Ammergauer Alpen (Süd)

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Winterschutzgebiete im Naturpark Ammergauer Alpen (Scheinberg)

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© Geobasisdaten: Bayerische Vermessungsverwaltung; Fachdaten: Bayerisches Landesamt für Umwelt; Kartographie: Naturpark Ammergauer Alpen
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Naturpark Ammergauer Alpen
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