Geologie des Ammerdurchbruchs Scheibum

Vor ca. 120.000 Jahren, während der Warmzeit vor der letzten Vergletscherungsperiode, der Würm-Kaltzeit, änderte die Ammer ihren Lauf. Der Weg über den Ettaler Sattel war wegen des noch bestehenden Loisachgletschers versperrt, so dass die Ammer Richtung Norden abbog. Zwischen Altenau und Peißenberg bildete sich dabei die großartige, bis zu 60 m tiefe Ammerschlucht.

© Ammergauer Alpen

Der „Grand Canyon“ der Region durchsägt als einzigartiger Naturaufschluss die gesamte Schichtenfolge der subalpinen Molasse. Diese kilometerlange Schlucht besteht aus Tonmergeln des tieferen Molasse-Meeres, grauen festen Kalksandsteinen aus dem Flachmeer, Mergelbänken mit Kohlenflözen sowie Süßwasserablagerungen in Sandstein- oder Nagelfluh-Form. Die längste naturnahe Durchbruchsstrecke Bayerns und Deutschlands mit ihren rötlichen Nagelfluh- und Sandsteinwänden, die sich in der Scheibum auf 9 m nähern, sind eine Wallfahrtstätte der Tertiärgeologen. Der Name „Scheibum“ bedeutet im bayerischen „ringsherum“ und nimmt damit Bezug zu den runden Gumpen, in denen nach den Engstellen die Ammer teilweise im Kreis herum fließt.