Der Alpenschneehase (Lepus timidus varronis) kommt in Deutschland ausschließlich in den bayerischen Alpen vor. Er ist an das Leben im Gebirge angepasst, gerät jedoch durch den Klimawandel zunehmend unter Druck: Durch kürzere und schneearme Winter passt der Fellwechsel immer häufiger nicht mehr zur Umgebung, wodurch die weißen Hasen leichter von Fressfeinden entdeckt werden.
Gleichzeitig weicht der Schneehase in höhere Lagen aus, während der Feldhase aufgrund steigender Temperaturen zunehmend in alpine Lebensräume vordringt. Dadurch nehmen Konkurrenz und Kreuzungen zwischen beiden Arten zu. Auch der Ausbau von Skigebieten und die zunehmende Freizeitnutzung verringern störungsarme Lebensräume.
Um mehr über die aktuelle Verbreitung beider Arten zu erfahren, soll von 2026 bis 2027 ein bayernweites Fotofallen-Monitoring in den Bayerischen Alpen durchgeführt werden. Dabei werden Bilder von Schnee- und Feldhasen sowie Angaben zu Aufnahmezeitpunkt und ungefährem Standort gesammelt. Auch Standorte ohne Hasennachweise sind für die Auswertung wichtig.
Ziel des Projekts ist es, eine Verbreitungskarte beider Hasenarten und ihrer Überschneidungsbereiche zu erstellen. Die Ergebnisse sollen helfen, Wissenslücken zu schließen und mögliche zukünftige Schutzmaßnahmen und Forschungsprojekte zu entwickeln. Die Deutsche Wildtier Stiftung koordiniert das Projekt und stellt insgesamt 15.000 Euro für Fotofallen und Ausrüstung zur Verfügung.
