Der Naturpark Ammergauer Alpen beteiligt sich an einer Reihe von Monitoring- Aufgaben zum Schutz und besseren Verständnis seltener Arten. Besonders für die vom Aussterben bedrohten Raufußhühner (Birk-, Auer-, und Alpenschneehühner) gibt es Projekte.
Birkhühner
Birkhühner leben da, wo Wald und Weide ineinander übergehen, wo die Bäume locker stehen. Wenn aber zu stark beweidet wird und kahle Flächen entstehen, die Beweidung aufgegeben und die Büsche zu dicht werden, dann müssen die Birkhühner weichen. Außerdem sind Birk- und Auerhühner scheue Vogelarten. Sie reagieren empfindlich auf die Anwesenheit des Menschen in ihren Lebensräumen.
Das LfU führt seit 2020 gemeinsam mit dem LBV ein Monitoring im gesamten bayerischen Alpenraum mit ca. 70 Flächen jeweils im September und Oktober durch. Einige der Flächen liegen im Ammergebirge und werden von den Rangern auf Federn, Losung und Sichtnachweise kontrolliert.
Auerhühner
Das Auerwild (Auerhuhn) ist die größte europäische Raufußhuhn-Art und lebt vor allem in ruhigen, strukturreichen Bergwäldern. In Bayern gilt es als stark gefährdet. Gründe für den Rückgang der Art in Bayern sind u. a. Lebensraumverlust, Störungen durch Freizeitnutzung und Klimaveränderungen. Seit 2022 führt die LWF (Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft) ein bayernweites Auerhuhnmonitoring durch. Dokumentiert werden alle drei Jahre die Entwicklung der Populationen und der Lebensräume. Die Erfassungen sind nicht nur auf die rechtsverbindlich ausgewiesenen FFH- und Vogelschutz-Gebiete beschränkt, sondern werden – wie von der EU gefordert – im gesamten bayerischen Verbreitungsgebiet des Auerhuhns durchgeführt. Für die im Ammertal liegenden Flächen unterstützten die Ranger bei der Datenaufnahme.
Alpenschneehuhn
Das Alpenschneehuhn (Lagopus muta helvetica) kommt in Bayern ausschließlich oberhalb der Baumgrenze in den Alpen vor. Es ist eine extrem seltene Eiszeitrelikt‑Art mit wenigen Brutpaaren in den Kalkhochalpen und im Bayerischen Alpenraum. Verbreitungsschwerpunkte sind z. B. Wettersteingebirge, Ammergebirge und Gebiete rund um Garmisch‑Partenkirchen. Für die Flächen im Ammertal unterstützen die Ranger bei der Datenaufnahme für das Landesamt für Umwelt sowie den Landesbund für Vogelschutz.
Flussuferläufer
Entlang der Ammer wurden schon vor vielen Jahrzehnten Naturschutzgebiete ausgewiesen. In den 1990er Jahren begann der besondere Schutz der Kiesbrüter. Aktuell stellt der Landesbund für Vogelschutz mit Naturschutzwächtern, den Naturparkrangern und Ehrenamtlichen jedes Jahr gelbe Tafeln auf, die auf gesperrte Gebiete auf den Kiesbänken hinweisen. Zur Brutzeit, vor allem des Flussuferläufers, darf man diese Zonen vom 15. April bis 15. Juli nicht betreten. Denn schon die Gelege mit den grauen Eiern am Boden könnten Menschen und Hunde leicht zertreten. Die Ranger des Naturparks kontrollieren hier regelmäßig.
Schneehase
In Bayern gab es lange kein staatlich flächendeckendes Schneehasen‑Monitoring wie z. B. beim Auerwild. Die deutsche Wildtier Stiftung hat deshalb 2025 ein Schutzprojekt ins Leben gerufen, um erstmals verlässliche Daten über den extrem seltenen Alpenschneehase (Lepus timidus varronis) in den bayerischen Alpen zu sammeln.
Ziel: Eine Verbreitungskarte der Art erstellen und besser verstehen, wo Schneehasen vorkommen und wie ihr Lebensraum vom ähnlich lebenden Feldhasen getrennt ist. Die Ranger und v. a. die Jäger des Naturparks helfen diesem Projekt mit Bildmaterial von Fotofallen aus Flächen im Ammertal.
Tagfalter
Der Naturpark beiteiligt sich mit einer Fläche am Tagfalter-Monitoring Deutschland. Dies ist ein langjähriges bundesweites Monitoring‑Projekt, bei dem jährlich Tagfalter (also tagaktive Schmetterlinge) erfasst werden. Dabei geht es um Bestände, Verbreitung und Trends der Arten über die Jahre hinweg. Hauptziel ist es, Veränderungen der Schmetterlingsfauna als Indikator für den Zustand der Natur und Lebensräume sichtbar zu machen. Tagfalter reagieren relativ schnell auf Umweltveränderungen wie Klima‑ oder Landschaftswandel, deshalb eignen sie sich gut für Biodiversitäts‑Analysen. Auf den begangenen Flächen des Naturparks wurden z. B. Individuen des Goldenen Scheckenfalters (Euphydryas aurinia) gefunden. Er gehört zu den seltenen, stark gefährdeten Tagfaltern in Bayern, Deutschland und Europa – und ist ein wichtiges Artenschutz‑Indikator für intakte Wiesen‑ und Moorlebensräume.
Fischotter
Der Naturpark beteiligt sich am Fischottermonitoring des Bayerischen Landesamts für Umwelt. Das Fischotter‑Monitoring in Bayern ist eine systematische Erfassung des Eurasischen Fischotters (Lutra lutra), um herauszufinden, wo die Tiere vorkommen, wie verbreitet sie sind und wie sich die Population entwickelt. Das ist wichtig, weil der Fischotter sich in den letzten Jahrzehnten nach seiner fast vollständigen Ausrottung wieder ausbreitet – aber gleichzeitig Konflikte z. B. mit Teichwirtschaften entstehen und weil man den Artenschutz und ökologische Entwicklungen besser verstehen will.