Zughundesport

Was ist eigentlich Zughundesport? Erst einmal ganz grob gesagt, dein Hund zieht dich bzw. dich und ein Scooter, Bike, kontrolliert im Gelände und ihr arbeitet gemeinsam als Team.

Zughundesport ist eine artgerechte und sinnvolle Auslastungsvariante für sportliche Hunde, die gern laufen und arbeiten möchten. 
Die meisten Hunde leben bei uns als Familienhunde, sie gehen also nicht mehr ihren Aufgaben nach, für die sie ursprünglich gezüchtet worden sind. 

Hier ist eine Auslastung im Zughundebereich eine schöne Alternative für Hunde, die sich gerne und viel bewegen, diese können hier einen tollen Ausgleich finden, ebenso Hunde die jagdlich ambitioniert sind und die man kaum bis gar nicht ableinen kann. Mit dieser Sportart könnt ihr den Lauf- und Hetztrieb eurer Hunde zivilisiert ausleben bzw. den etwaigen Hetztrieb des Hundes in andere Bahnen lenken. Gerade zu Zeiten der Brut- und Setzzeit eine klasse Möglichkeit die Bedürfnisse eurer Hunde zu stillen gerade dann, wenn man ggf. nicht ableinen kann.

Für große Rassen sind manch andere Sportarten wie z.B. Agility nicht so gut geeignet, da ein hohes Verletzungsrisiko durch Sprünge etc. besteht, auch bei kleineren Vertretern, kommt oftmals viel Stress bei schnellen „akrobatischen“ Sportarten auf. Hier ist der Zughundesport eine wirklich tolle Alternative für Mensch und Hund als Team.

Natürlich ist es wichtig, seinen Hund mit einem artgerechten und auf den Hund abgestimmten Training an den Zughundesport heranzuführen. Wir können keinen Couchpotaeto gleich zu Beginn des Trainings auf eine 5 km Strecke im Dauerlauf schicken. Deshalb ist ein gut geplanter und geführter Trainingsplan ein wichtiger Bestandteil in diesem Hundesport. 
Welche Vorteile bietet der Zughundesport noch? Eure Teamarbeit wird sich durch diese Sportart merklich verbessern und ihr werdet eine neue Art des Zusammenhaltes kennenlernen! In vielen Fällen verbessert sich auch der Gehorsam der Hunde. Denn die Zugarbeit ist nicht nur eine körperliche Arbeit sondern beschäftigt auch ordentlich das Hundeköpfchen. ;-) 
Die Zusammenarbeit und die ständige Kommunikation mit dir sowie das ausführen unterschiedlicher Signale ohne direkten Kontakt (Hund läuft ja vor dir) etc. fordert unsere Hunde ordentlich und schweißt euch zusammen.

Aber keine Angst, eure gut trainierte Leinenführigkeit wird darunter nicht leiden, denn dein Hund wird lernen, dass er nur in seinem Zuggeschirr ziehen darf.

Nun kommen wir zu den gängigsten Arten des Zughundesports:

  • Canicross: Geländelauf mit deinem Hund, es wird nicht viel Ausrüstung bei dieser Variante benötigt und du kannst ohne große Vorbereitung loslegen. Diese Art eignet sich für lauffreudige Hunde und sportliche Menschen. Ausrüstung: Zuggeschirr, Zugleine, Laufgurt, Panik Snap und gute Laufschuhe/Bekleidung
  • Dogtrekking: Langstrecken wandern mit Hund. Diese Art eignet sich für alle Hunde egal ob Groß oder Klein. Ausrüstung: Zuggeschirr, Zugleine, Dogtrekking Gurt, Panik Snap, Wanderoutfit
  • Dogscooter: Dein Hund wird vor einem Roller gespannt. Mit einem Scooter sind schmale Wege passierbar. Der Scooter ist leicht und kann dadurch auch von nicht so zugstarken Hunden gut gezogen werden. Der Mensch kann seinen Hund auch durch „pedalen“ aktiv unterstützen. Ausrüstung: Zuggeschirr, Zugleine, Scooter mit Bike-Antenne und Panik Snap
  • Bikejöring: Dein Hund wird vor einem Bike gespannt. Hier kann man sein Mountainbike mit einer Bike-Antenne ausrüsten und somit zum Zuggefährt aufrüsten. Ausrüstung: Zuggeschirr, Zugleine, Bike-Antenne mit Panik Snap und ein Bike
  • Kickspark: Dein Hund wird vor einem Schlitten gespannt auf dem eine Person steht und diesen lenken kann. Ausrüstung: Zuggeschirr, Zugleine, Panik Snap und Kickspark, ggf. Booties (Schuhe für Euren Hund)

Es gibt noch viele weitere Arten des Zughundesports z.B. das Trike, der Bollerwagen, das Sacco-Cart, ich habe hier die gängigsten Arten dieses Zughundesports aufgezählt. 

Was muss ich wissen um mit meinem Hund Zughundesport ausüben zu können? Es gibt tatsächlich ein paar Punkte zu beachten:

  • Dein Hund muss gesund und ausgewachsen sein! Lass ihn gern erstmal vom Arzt durchchecken um gesundheitliche Defizite ausschließen zu können. 
  • Dein Hund braucht ein gut sitzendes Zughundegeschirr NUR mit solch einem Geschirr darf der Hund ziehen. Ein Alltagsgeschirr oder gar ein Halsband ist NICHT GEEIGNET!!!
  • Dein Hund muss an das Zuggeschirr gewöhnt werden und erstmal lernen, dass er in diesem ziehen darf. 
  • Dein Hund sollte keine Angst vor einem Fahrrad oder Roller haben, hier ist eine langsame Gewöhnung ratsam.
  • Wir fahren/trainieren nur bei passendem Wetter! Vermeidet zu hohe Luftfeuchtigkeit / Wetterextreme
  • Temperatur: zum aktiven Training sollte die Temperatur + 15 Grad keinesfalls überschreiten
  • Führt einen Trainingsplan um eure Leistungen zu dokumentieren, um euch nicht zu überfordern! 
  • Nutzt eine HandyApp oder Uhr um eure Strecke mit zu tracken
  • Steigert eure Strecken langsam und plant diese entsprechend durch, (Trinkmöglichkeiten für den Hund, Bodenbeschaffenheit etc.)
  • Wärmt eure Hunde vor dem Start auf und macht nach den Läufen ein sogenannten Cool-Down!
  • Lauft auf ruhigen Strecken auf denen nicht viel los ist (nur wer auf andere Rücksicht nimmt, kann ebenfalls Rücksicht erwarten.)
  • Am besten eignet sich Waldboden (schont die Gelenke und Pfoten), Asphaltstrecken sollten vermieden werden
  • Zur Ausrüstung gehören auch noch Booties bei empfindlichen Pfoten, ein Halsband, genügen Wasser und ein Napf sowie ein Erste Hilfe Set!

Und zu guter Letzt: Zughundesport ist ein Teamsport und der Spaß steht für ALLE Beteiligten an ERSTER Stelle!

Du möchtest mehr über diese Sportart erfahren? Dann schau gern auf der Webside von "pfotenbuddies" vorbei und kontaktiere Marion gern bei Fragen.

Autorin: Marion Wertheim von der Hundeschule pfotenbuddies, sie freut sich von euch zu hören! :-)