Parkraumkonzept Graswangtal

Die Zusammenarbeit mit den zuständigen Akteuren soll Klarheit in die Parksituation im Graswangtal bringen.

Parkplatz Stock, Graswangtal
Parkplatz Stock, Graswangtal - © Naturpark Ammergauer Alpen

Wildes Parken in den Wiesen und am Straßenrand sind nicht zuletzt aufgrund der Corona-Situation kein seltenes Bild mehr im Naturpark. Besonders die Wanderparkplätze, die Ausgangspunkte für beliebte Bergtouren wie Kofel, Hörnle, Pürschling oder Scheinberg sind, sind an Wochenenden mit schönem Wetter schon früh am Morgen ausgelastet. Im Graswangtal wird dann vermehrt entlang der schmalen Staatsstraße 2060 oder in den Einfahrten der Forststraßen geparkt. „Den Leuten ist häufig nicht bewusst, dass sie dabei gegen die Straßenverkehrsordnung oder das Naturschutzgesetz verstoßen. Wir verfolgen dieses Falschparken konsequent, da dadurch die Sicherheit des Straßenverkehrs gefährdet bzw. die Grundeigentümer und die Natur geschädigt werden.“ So Martin Kees, Dienststellenleiter von der Polizeistation Oberammergau.

Um Klarheit in die Parksituation zu bringen, hat der Naturpark mehrere Treffen mit den für das Thema zuständigen Akteuren - Polizei Oberammergau, Straßenverkehrsbehörde, Untere Naturschutzbehörde, Straßenmeisterei Oberau, Bayerischen Staatsforsten und Gemeinde Ettal - organisiert. Zentrales Ergebnis ist ein Parkleitsystem für das Graswangtal. Eine Übersichtstafel an der Ettaler Mühle und an der Landesgrenze weist auf die verfügbaren Parkplätze im Sommer und Winter hin und verdeutlicht so besonders den Gästen die Ausweichmöglichkeiten, wenn ein Parkplatz überfüllt sein sollte. Richard Baur, Stellvertretender Forstbetriebsleiter bei den Bayerischen Staatsforsten am Forstbetrieb Oberammergau ist sehr zufrieden mit der Lösung: „Bisher war für uns oft ein Problem, dass unsere Holzlagerplätze als Parkplätze mit Autos zugestellt wurden. Häufig klagten auch unsere Fuhrunternehmer, dass Sie wegen Falschparkern mit ihren Holzlastern Probleme beim Einbiegen in die Staatsstraße hatten.“

Ein zentraler Brennpunkt war der Parkplatz „Stock“, der im Sommer Ausgangspunkt für die Bergtour auf den Scheinberg und im Winter für die Skitour auf die Kreuzspitze ist. „Selbstverständlich sind wir hier als Bewirtschafter des Staatswaldes in der Pflicht, den Einheimischen und Gästen einen sinnvollen Ausgangspunkt für ihre Touren zur Verfügung zu stellen“, meint Baur. Der Parkplatz wird demnächst von ca. 20 Parkplätzen auf 40-45 Parkplätze vergrößert, das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Weilheim hat hierfür eine finanzielle Förderung zugesagt. Auch die Naturschutzbehörden stimmten dieser Erweiterung zu. „Wir möchten gemeinsam mit dem Naturpark an den Parkplätzen darstellen, wie die Besucher zum Erhalt der besonderen Tier- und Pflanzenwelt des Ammergebirges beitragen können“, führt Bernadette Wimmer von der Unteren Naturschutzbehörde aus, „es soll z. B. auch dargestellt werden, dass das Übernachten im Naturschutzgebiet für einige Tierarten eine Störung darstellt, die ihren Bestand gefährden kann. Deshalb ist das Übernachten im Naturschutzgebiet verboten.“ An den Parkplätzen ist daher das Parken auf den Zeitraum 5-22 Uhr eingeschränkt.

„Negative Schlagzeilen wie das Parkchaos am Walchensee oder an der Zufahrt zum Eibsee können wir hoffentlich mit unserem Parkleitsystem verhindern“, davon ist Naturparkkoordinatorin Nina Helmschrott überzeugt.