Geologie der Gebirgslandschaft

Im Norden liegen die dunklen Waldkuppen des Hochschergen, Hörnle- und Aufackermassivs. Die veränderlichfesten Schichtfolgen des Flysches führen zu erosions- und rutschaktiven Hängen verknüpft mit hochwassergefährlichen Wildbächen.

Morgenstimmung am Laber
Morgenstimmung am Laber - © Gemeinde Oberammergau

Die kalkalpinen Vorberge am Kolben, Schartenköpfl oder Bremeneck unterscheiden sich auf den ersten Blick nicht von den Flyschbergen. Sie setzen sich aber aus Schichtpaketen der kalkalpinen Randschuppe und der Allgäudecke zusammen. Die Felsklippen oberhalb von Unterammergau mit den darunter liegenden Abraumhalden verdeutlichen den großen Einfluss des jahrhundertelangen, erst 1961 aufgegebenen Wetzsteinabbaus.

Direkt anschließend folgt der kalkalpine Hauptkamm der Ammergauer Alpen mit dem Ettaler Manndl, Kofel, Pürschling und der Klammspitze. Die wilde Tektonik (Schubfetzen der Lechtaldecke über den jüngeren Gesteinen der Allgäudecke), der Kontrast zwischen unterschiedlichen, weichen und harten, basischen und sauren Gesteinsarten (Wettersteinkalk, Cenoman-Sandstein und -Konglomerat, Radiolarit, Kieselkalk, weiche Partnachschichten etc.) bewirken eine äußerst formenreiche Gebirgslandschaft mit vielen sommerheißen Südwänden, verwegenen Felsformen und einem sehr vielfältigen Vegetationsmosaik.

Die Hauptdolomitstöcke südlich des Graswang- und Sägerbachtales (Kreuzsspitze, Scheinbergspitze, Kienjoch und Notkarspitze) sind mit ihrem großzügigen, tektonisch weniger gestörten Aufbau landschaftlich und geologisch viel einheitlicher. Sie bilden den majestätischen, hoch aufragenden Südabschluss des Naturparks. Ein Großteil der riesigen Geschiebemengen und des Moränenschutts, die in den Talsystemen und im Vorland des Naturparks abgelagert wurden und werden, stammt von dort.